Kritik
| ::: Klassik und Volksmusik vereint ::: |
Der Zürcher Oberländer, 9. Januar 2007 www.zol.ch |
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| Kyburg Das Turjacum-Ensemble in der reformierten Kirche Am letzten Samstag bot das Turjacum-Ensemble in der Kyburger Kirche eine gelungene Mischung aus Klassik und Volksmusik. Michael Heisch Ob Duo oder Sextett, das Turjacum-Ensemble aus dem Raum Zürich und Chur tritt regelmässig in variabler Besetzung auf und spielt Werke in unterschiedlicher Zusammensetzung. So beispielsweise am vergangenen Samstag in der reformierten Kirche Kyburg mit einem schön durchgestalteten Programm zum Dreikönigstag. Kontraste Der Programmtitel «Kontraste» hielt denn auch, was er versprach: Kompositionen von Tomaso Albinoni («Concerto a cinque»), Joseph Haydn («Quartett in D-Dur») oder Giovanni Battista Pergolesi («Konzert in G-Dur») wurden einem teils von der Volksmusik geprägten Stil gegenübergestellt, wie etwa dem Allegro moderato aus dem «Streichquartett in D-Dur» von Alexander Borodin (Brigitte Brouwer und Ariane Ursprung-Lezzi, Violinen, Andreas Bertold, Viola, und Urs Aeberhard, Violoncello). Mit Flöte und Gitarre In der Tutti-Besetzung wurden die Streicher von Flöte (Yvonne Canonica) und Gitarre (Irene Reutemann-Moser) ergänzt, wobei die vorgetragenen Werke eigens für diese Besetzung eingerichtet waren (unter anderem von Karl Scheit). Einen fulminanten Auftakt bereitete ein dreisätziges Albinoni-Concerto, vom Turjacum-Ensemble überzeugend und bravourös gespielt. Es war vor allem der mittlere Adagio-Teil, der in seinem sensiblen Gesamtklang schmeichelte. Exquisites Vergnügen Nach der Konzertpause setzten zwei Werke einen etwas speziellen Glanzpunkt: «Palermo» (2. Satz aus der Suite «Buenos Aires») für Flöte und Gitarre des brasilianischen Komponisten M. D. Pujol sowie das russische Volksstück «Wolgaratschinka gluboka», welches den Zuhörer musikalisch an die Wolga entführte. Zwei gänzlich verschiedene geografische Ausgangspunkte, so könnte man nun annehmen, und doch schlummert in beiden Stücken ein melancholisch-besinnlicher Kern, was den Konzertabend denn aber keinesfalls trübte, sondern für ein exquisites Vergnügen sorgte. Salonmusik In der sehr gut besuchten Kyburger Kirche verlangte man deshalb nur allzu gerne nach einer Zugabe - und eine solche wurde denn auch geboten: Gespielt wurde ein weiteres südamerikanisches Stück, das in der Vollbesetzung im besten Sinne nach Salonmusik klang. |
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| ::: Von Palermo an die Wolga ::: |
Der Landbote, Winterthur, 8. Januar 2007 www.landbote.ch |
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Das Streicherensemble Turjacum hat in der Kirche Kyburg zum Dreikönig aufgespielt. KYBURG – Im Konzertprogramm: Kompositionen von Tomaso Albinoni, Giovanni Battista Pergolesi, Alexander Borodin und Joseph Haydn. Die angekündigte russische Volksmusik «Wolgaretschinka gluboka» schien eher ein Fremdkörper zu sein denn musikalischer Gegenpol. Das erste Concerto a cinque von Albinoni wurde vom ganzen Ensemble mit den Gästen gespielt. Das Streicherensemble Turjacum konzertiert regelmässig mit Gästen, wie mit Yvonne Canonica, Flöte, und Irene Reutemann-Moser, Gitarre. Das Konzert in G-Dur von Pergolesi braucht nur Flöte, zwei Geigen und Cello. Die beiden Werke sind verschieden besetzt, aber vom Musikstil sehr ähnlich: Die konzertierende Stimme wird vom Ensemblebegleitet, bei Albinoni meist mit dem Ensemble, das ein kompakter Klangkörper ist, bei Pergolesi mitscheinbar unabhängigen und dialogisierenden Gegenstimmen. Beide Werke interpretierte Turjacum mit einer ungewohnten Spielweise. Die Musikerinnen und Musiker spielten sehr rücksichtsvoll und angepasst. Kein Instrument übernahm eine spürbare Führung, die Dynamik und der Rhythmus waren präzise aufeinander abgestimmt und einstudiert. Das ist eine Spezialität in der Musikauffassung des Ensembles Turjacum: Klassische Musik braucht keine besondere Dramatisierung, keine aufgesetzten Emotionen. Die musikalischen Formen und Strukturen sind ästhetisch, wenn sie nicht überinterpretiert werden. Heimwehmelodie Die Kompositionen von Borodin und Pujol und die russische Volksmusik sind die Kontraste im Programm. Borodin hatte sich um russische Nationalmusik bemüht und damit jene Bewegung im 19. Jahrhundertunterstützt, die staatliche Legimitation aus der eigenen Kultur herleitete. Nationale Identifikation ist ein Gefühl und lässt sich durch entsprechend pathetische Musik und Themen leicht wecken. Im Streichquartett D-Dur erreicht das Borodin mit tänzerischen Rhythmen und eingängigen Melodien, die aus der Volksmusik entlehnt sein könnten. Der 2. Satz, «Palermo», aus der Suite Buenos Aires für Flöte und Gitarre von Pujol wirkte recht schwermütig und sehnsüchtig und ist geeignet, Heimweh auszulösen. Spätestens mit dem letzten Programmpunkt, der auf russischer Volksmusik aufbaute und den Fluss Wolga besang, waren alleverzaubert. |
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| ::: Mit Händel den Sonntagabend einläuten ::: |
Neues Bülacher Tagblatt, 3. März 2006 Buelacher.ch |
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| Konzert aus der Reihe der Bülacher Abendmusiken in der reformierten Kirche Bülach — Das «Turjacum»-Ensemble und die Organistin Susanne Rathgeb-Ursprung spielten barocke Werke in der reformierten Kirche Bülach. Die Zuhörer füllten die Kirchenbänke reihenweise. Um einen verschneiten Sonntagabend einzuläuten, eignet sich ein Ort wie die reformierte Kirche Bülach besonders gut: Mit Tönen aus Händels Orgelkonzert Op. 4 und 5 erfreute ein weiteres Konzert der Reihe «Bülacher Abendmusiken» die Gemüter. Es war ein äusserst feines Konzert. Gespielt hat das «Turjacum»-Ensemble, zusammen mit der Bülacher Organistin Susanne Rathgeb-Ursprung. Die jungen Musiker boten dem Publikum Kammermusik auf ansprechend hohem Niveau. Das Ensemble veränderte seine Formation während dem Konzertanlass. Für die einleitenden Sätze aus den Orgelwerken von Georg Friedrich Händel setzte sich das Ensemble aus einer Flötistin und einem Streichquartett (zwei Violinen, Viola und Violoncello) zusammen. Auch Klänge aus einem mehrsätzigen Werk von Georg Philipp Telemann kamen dem zahlreich erschienenen Publikum zu Ohren. Dafür wechselte die Violinistin aus der Formation das Instrument. Sie spielte zum Abschluss der Abendmusiken ein Fagott. Einerseits variierte die Instrumentierung, anderseits der Einsatz der Musizierenden: Die vier Streicher spielten Auszüge aus dem Werk Nr. 3 des Frühklassikers Pietro Nardini. Die Flötistin, unterstützt vom Streicherquartett, interpretierte das Flötenkonzert in G-Dur von Giovanni Battista Pergolesi. Susanne Rathgeb-Ursprung setzte für diese beiden Interpretationen jeweils aus. Die Musiker kommen aus dem Raum Zürich und Chur und haben sich einst zum Ensemble «Turjacum» zusammengeschlossen. Der Name ist eine Anspielung auf die lateinischen Ursprungswörter von Zürich, «Turicum», und Chur, «Curia». Die Berufs- und Laienmusiker spielen seit 1995 gemeinsam in einer Kammermusikformation. Sie interpretieren hauptsächlich Musikstücke aus der musikalischen Epoche des Barock. |
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| ::: Harmonische und verspielte Klänge ::: |
Landbote Winterthur, 10. Juli 2001 HENGGART: SOMMERSERENADE |
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Das «Turiacum Ensemble» hat am Sonntagabend in der Henggarter Kirche die Wiener Klassik aufleben lassen. Mit dem «Flötenquartett D-Dur» von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) eröffnete das «Turiacum Ensemble» sein Konzert in der Kirche Henggart. Vom ersten Takt an übernahm die Flöte (Silvia Müller) die Führung und interpretierte die von Trillern geprägten Läufe mit scheinbarer Leichtigkeit, während die Streicher mit ebenso klarer Tonsprache begleiteten. Indem die Viola (Lukas Gugger) an einer Stelle direkt auf die Flöte reagierte, entspann sich ein reizvoller Wechsel, worauf die Violine (Brigitte Brouwer) mit bereits vorgegebenen Themen hervortrat. Das Cello (Urs Aeberhard) dagegen behielt die unterstützende Funktion bei. Auch wenn sich die Melodie verändernd breiten Motiven zuwandte, ertönten die Elemente des Einstiegs wieder und gaben dem Stück einen harmonischen Rahmen. Im zweiten Satz erwies sich gerade der Einstieg als äusserst reizvoll, begleiteten doch die Streicher gezupft, während sich die Melodie beinahe schwärmerisch ausdehnte. Zuweilen stieg die Flöte in die abgesetzten Muster ein, wenn auch nur für wenige Takte. Wieder gestrichen intensivierte sich das lebhafte Spiel, wobei die einzelnen Instrumente förmlich ineinander übergingen und sich ohne Distanz harmonisch ergänzten. Bekanntes Kaiserquartett Als weiterer Vertreter der Wiener Klassik stand dann Joseph Hadyn (1732-1809)
auf dem Programm. Gespielt wurde sein wohl bekanntestes Quartett: das
«Kaiserquartett Opus 76 Nummer 3». Populär wurde diese
Komposition von 1796 dadurch, dass die Melodie des zweiten Satzes erst
zur Nationalhymne Österreichs und später zur Deutschen Hymne
wurde. In Anlehnung an das englische Lied «God save the King»
schenkte Haydn seinem Vaterland das Stück «Gott erhalte Franz,
den Kaiser». |
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